15. März 2014

Ort: Scheune

Gespräch, Konzert, Party

Lost & Found again in Ost – Eine Spurensuche zwischen Subkultur und Judentum in Osteuropa

Seit einigen Jahren ist vor allem in Polen, allen Klischee-Widerständen zum Trotz, eine neue Welle an jüdischen Sounds zu registrieren, die jenseits von Kroke einen radikaleren, freieren Umgang mit dem jüdischen Musikerbe pflegt. Inspiriert zeigt sich diese durch John Zorn und seine Radical-Jewish-Culture-Bewegung, ohne allerdings auch nur entfernt als Kopie zu erscheinen. Zugleich offeriert das 1988 begründete Jüdische Festival in Krakau, Vorreiter aller Festivitäten dieser Art, zunehmend Raum für derartige, zwischen Avantgarde und funktionalem Groove sich abspielende Experimente. Neben diesem sommerlichen Festival findet auch in dessen Hauptquartier, dem Cheder Café in Kazimierz, eine regelmäßige Konzert-Reihe zum Thema statt.

Über diese – durchaus nicht nur osteuropäischen – Kontexte  zwischen Jewishness und Subkultur diskutieren zuerst Alexander Pehlemann vom Zonic, dem Almanach für Kulturelle Randstandsblicke & Involvierungsmomente aus Leipzig, der Musiker, DJ und Compiler Yuriy Gurzhy, bekannt als Russendisko-Mitbetreiber, aber auch durch das Emigrantski Raggamuffin Kollektiv Rotfront aus Berlin sowie Olgierd Daktari von der Band Daktari aus Warschau, der zudem in den Projekten Nor Cold und kIRk spielt. Eine mehrmediale Präsentation mit Sounds, Bildern und Filmen, die sicherlich spannende Einblicke liefert.

 

20.30 Uhr

Lost & Found again in Ost – Eine Spurensuche zwischen Subkultur und Judentum in Osteuropa mit Alexander Pehlemann (Zonic, Leipzig), Yuriy Gurzhy (Rotfront/Russendisko/Shtetl Superstars, Berlin) und Olgierd Daktari (Daktari/Nor Cold, Warschau)

Diskussion / Multimediales Gespräch

22.00 Uhr

Konzert mit Daktari (Impro Post Punk meets Jazz´n´Jewishness)

Daktari ist eine vor zwei Jahren gegründete polnische Band aus fünf jungen Musikern, die eine packende Mixtur aus Klezmer-Rock, Patchwork-Jazz und dem legendären polnischen Yass der achtziger Jahre spielen. Inspiriert von so unterschiedlichen Künstlern wie Mogwai, Sonic Youth, Gastr Del Sol, Andrew Hill oder Don Cherry arbeiten ihre Stücke mit jähen Brüchen, integrieren unterschiedliche Spielhaltungen und Traditionen, bewegen sich souverän zwischen intellektuellem Kalkül und spontaner Freiheit.

Der Daktari-Sound ist eine hörenswerte Fortsetzung dessen, was amerikanische Klezmer-Avantgardisten wie die Klezmatics, Naftule’s Dream oder John Zorn’s Electric Masada auf den Weg gebracht haben.

Olgierd Dokalski (tp)
Mateusz Franczak (tsax)
Miron Grzegorkiewicz (g)
Maciej Szczepański (b)
Robert Alabrudziński (dr)

23.00 Uhr

Shtetl Superstar DJ-Set
Funky Jewish Sound From Around The World mit Yuriy Gurzhy (RotFront / Russendisko, Berlin)

Party

An- und abschließend wird DJ Yuriy Gurzhy eine seiner Shtetl Superstars-Selections auflegen, basierend auf einer jahrelangen Sammelleidenschaft in Sachen tanzbarer zeitgenössischer Sounds mit jüdischem Kontext, die auch den gleichnamigen Sampler beim Label Trikont als Zwischenergebnis brachte. Wer Gurzhys durch die Russendisko geschulte Fähigkeit zum Partyexzess auch nur annähernd kennt, weiß, dass an diesem Abend das Dresdner Neushtetl beben wird!

    v.l.: Yuriy Guzhy, Alexander Pehlemann, Olgierd Dokalski, Photo: Konrad Behr
    Introduction from Dr. Kristina Hinneburg, Photo: Konrad Behr
    Photo: Konrad Behr
    Alexander Pehlemann, Photo: Konrad Behr
    Alexander Pehlemann, Photo: Konrad Behr
    Daktari on stage, Photo: Konrad Behr
    Daktari on stage, Photo: Konrad Behr
    Daktari on stage, Photo: Konrad Behr
    Daktari on stage, Photo: Konrad Behr
    Daktari on stage, Photo: Konrad Behr
    DJ Yuriy Gurzhy, Foto: Konrad Behr
    DJ Yuriy Gurzhy, Foto: Konrad Behr
    DJ Yuriy Gurzhy, Foto: Konrad Behr
    DJ Yuriy Gurzhy, Foto: Konrad Behr