Barak Reiser

Erich, 2007, Video, 7 min
Seen / Seen, 2010, Video, 17 min
o.T. , 2013, (A Graph Without A Photo)
Tzel, 2013, Installation (Licht und Schatten)

Die Videoarbeit Erich (2002, 7 min) zeigt einen Flaneur beim Spaziergang durch die Stadt entlang an vier Orten, die sehr nah beieinander liegen und Teil des Lebens von Erich Strauss, dem Großvater des Künstlers, waren, bevor dieser 1936 nach Palästina emigrierte: Ein neues Wohnhaus anstelle des alten, die Mauer zu einem chinesischen Garten sowie die früheren Standorte von Synagoge und Stadtbibliothek. Seen / Seen dokumentiert die Hände von zwei Personen. ›Ich habe alles gesehen / ich habe nichts gesehen‹ (I have seen it all / I have seen nothing) schreibt die eine, während die andere die Schrift ausradiert.
Vorwiegend im Medium Video, aber auch in den analogen Medien Zeichnung, Collage, Text wie auch mehrteiligen Installationen, adressieren Barak Reisers Arbeiten die Darstellungsmuster und Wahrnehmbarkeit verschiedener historischer Ebenen und Sprachen. Seine Arbeiten übersetzen Aussagen von einer visuellen Sprache in die andere, vom binären Code als Sprache der digitalen Welt zur zweidimensionalen Collage, vom Bildschirmflimmern zu Tinte und Acrylfarben.
Das hebräische Wort Tzel – צל , in einer Bedeutungsfamilie mit Tzilum (dt: Fotografie) und Tzelem (dt.: Götzenbild oder auch Bild) taucht als Schlüsselmotiv seiner Arbeit gemeinsam mit anderen zunächst plausiblen, auf den zweiten Blick jedoch eher paradoxen Aussagen ›Je länger man darauf schaut desto klarer wird es‹ immer wieder auf. An verschiedenen Ort im Haus platziert stellen die Arbeiten von Barak Reiser Beziehungen zum Ort wie auch zu den künstlerischen Arbeiten in der unmittelbaren Nachbarschaft her.

Barak Reiser (*1973 in Haifa) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

    Seen / Seen, 2010, Video, 17 min.
    Tzel, 2013, installation (light and shadow), Photo: David Brandt
    Shira Wachsmann: ›Without Borders‹, 2013, Videoinstallation, 16 min., Bronzeleuchter und Barak Reiser: ›o.T. (A Graph Without A Photo)‹, 2013. Foto: David Brandt
    Barak Reiser: ›o.T. (A Graph Without a Photo)‹, Installation, 2013. Photo: Małgorzata Kujda